Ich beginne eine Ausbildung zur Pflegefachfrau

 

Viktoria beginnt mit 42 Jahren eine Ausbildungs zur Pflegefachfrau. Warum?

 

„Mir ist es wichtig mich beruflich weiter zu entwickeln und meinen Teil dazu beizutragen, eine menschenwürdige Pflege kranker und pflegebedürftiger Menschen zu gewährleisten!“

Viktoria S. ist 42 Jahre alt, geschieden und hat vier Kinder. Im Alter von 16 Jahren kam sie mit ihren Eltern von Russland nach Deutschland. Sie heiratete und war 20 Jahre als Hausfrau und Mutter tätig. Nach ihrer Scheidung vermittelte ihr das Jobcenter Fritzlar eine Stelle als ungelernte Pflegehelferin in der ambulanten Pflege in Gudensberg.

Seit sechs Jahren arbeitet Viktoria S. nun schon dort! Die Herausforderung, als alleinerziehende Mutter von vier Kindern, Beruf und Familie „unter einen Hut zu bekommen“ meisterte sie mit Unterstützung ihrer Eltern und der des ambulanten Pflegedienstes, in dem sie tätig ist. Sowohl die Einrichtungsleitung als auch die Kolleginnen und Kollegen ermöglichten ihr einen familienfreundlichen Dienstplan.

Seit letztem Jahr absolviert Viktoria S. eine Ausbildung zur Altenpflegehelferin an der AWO Bildungsstätte für Pflegeberufe in Homberg. Obwohl ihre russischen Schulzeugnisse noch nicht vom staatlichen Schulamt gleichgestellt waren, konnte Viktoria mit staatlicher Genehmigung ihre Ausbildung beginnen. Mittlerweile liegen ihre deutschen Schulabschlüsse vor und Viktoria S. bereitet sich auf die Abschlussprüfung vor.

Im Herbst wird sie nun eine Ausbildung zur Pflegefachfrau beginnen. Denn Viktoria S. möchte zukünftig beruflich eigenständig handeln, Verantwortung übernehmen und ihr Wissen erweitern. Erst mit Anfang 40 eine Ausbildung zu beginnen, ist für Viktoria S. kein Problem. Im Gegenteil, sie sagt: „Weil ich schon älter bin, habe ich viel Lebenserfahrung und kann mich gut in die zu pflegenden Menschen und ihre Angehörigen einfühlen“.

Somit macht Viktoria S. auch anderen Frauen Mut, auch noch nach der Familienphase eine Ausbildung zur Pflegefachfrau zu beginnen.